Studienplan: Bachelorstudium Raumplanung und Raumordnung

Quelle: Studienplan des Bachelorstudiums Raumplanung und Raumordnung, TU Wien, Beschluss des Senats am 20. Juni 2022, gültig ab 1. Oktober 2022

Prüfungshinweis (Reihungstest): Aus dem Studienplan sind insbesondere relevant: das Qualifikationsprofil, Dauer und Umfang, und der Aufbau des Studiums. Ein Grundverständnis der Inhalte und ein Überblick über die Lehrveranstaltungsinhalte werden abgefragt. Die genauen Titel einzelner Prüfungsfächer, Module und Lehrveranstaltungen sind NICHT prüfungsrelevant.

1. Grundlage und Geltungsbereich

  • Ingenieurwissenschaftliches Bachelorstudium an der TU Wien
  • Basiert auf dem Universitätsgesetz 2002 (UG)
  • Beschluss des Senats am 20. Juni 2022, gültig ab 1. Oktober 2022

2. Qualifikationsprofil

Raumplanung befasst sich mit den großen Transformationsaufgaben unserer Zeit:

DimensionHerausforderungen
Sozial Transformation, neue Lebensstile, gesellschaftlicher Wandel
Wirtschaftlich Strukturwandel, Digitalisierung, regionale Ungleichheiten
Ökologisch Klimawandel, Umweltzerstörung, Ressourcenknappheit

Raumplanung arbeitet auf allen räumlichen Ebenen: global → national → regional → lokal.

Das Studium ist interdisziplinär (mehrere wissenschaftliche Disziplinen) und transdisziplinär (studium generale — bezieht gesellschaftliche Akteure ein).

Leitkriterien: Nachhaltigkeit und Gemeinwohl als übergeordneter Orientierungsrahmen.

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3. Tätigkeitsfelder (§ 2.2)

Arbeitsbereiche

  • Kommunale und regionale Entwicklungsplanung
  • Städtebau
  • Verkehrs-, Infrastruktur- und Umweltplanung
  • Standortanalyse und Wirtschaftsförderung
  • Politikberatung
  • Raumbezogene Forschung

Aktivitäten von Raumplaner_innen

  • Analyse des Raumes (Daten erheben, auswerten, interpretieren)
  • Raumbezogene Forschung und Beratung
  • Raumplanerisches Gestalten und Entwerfen
  • Gestaltung von Planungsprozessen (Verfahren, Partizipation)
  • Kommunikation und Vermittlung (Öffentlichkeit, Politik, Fachleute)
  • Herstellung von Rechtssicherheit (Pläne mit Rechtskraft)

Arbeitgeber

  • Öffentliche Verwaltung (Gemeinden, Länder, Bund)
  • Private Planungsbüros
  • Ziviltechniker_innen
  • Immobilien- und Standortentwicklung
  • Verbände und NGOs
  • Forschungseinrichtungen und Universitäten

Räumliche Ebenen (von klein nach groß)

lokal → kommunal → regional → national → grenzüberschreitend → europäisch/international

4. Fähigkeiten der Absolvent_innen (§ 2.3)

Das Studium vermittelt 7 Kompetenzkategorien:

#KompetenzInhalt (Kurzfassung)
1 Theoretisch-reflektierende Kompetenzen Raum- und Planungstheorien; kritische Reflexion von Planung und Gesellschaft
2 Methodische und technische Kompetenzen GIS, quantitative und qualitative Methoden, Modellierung, digitale Werkzeuge
3 Analytisch-bewertende Kompetenzen Räumliche Situationen erfassen, beurteilen und Handlungsbedarf ableiten
4 Instrumentelle Umsetzungskompetenzen Planungsrecht, formelle und informelle Instrumente der Raumordnung anwenden
5 Soziale und kommunikative Kompetenzen Aushandlung, Vermittlung, Teamarbeit, interdisziplinäre Zusammenarbeit
6 Entwerferisch-gestalterische Kompetenzen Räumliche Konzepte und Entwürfe entwickeln und visualisieren
7 Strategisch-konzeptionelle Kompetenzen Leitbilder, Strategien und Konzepte für räumliche Entwicklung erarbeiten

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5. Dauer und Umfang

ParameterWert
Gesamtumfang180 ECTS-Punkte
Regelstudienzeit6 Semester (Vollzeit)
1 ECTS-Punkt= 25 Arbeitsstunden (Kontakt- + Selbststudium)
1 Studienjahr= 60 ECTS-Punkte
Gesamtaufwand180 × 25 = 4.500 Arbeitsstunden

6. Zulassung

  • Allgemeine Universitätsreife (z. B. Matura, Abitur, IB)
  • Deutschkenntnisse auf dem für das Studium erforderlichen Niveau

7. Aufbau des Studiums

Das Studium gliedert sich in Pflichtmodule und Wahlmodule:

BereichAnzahlECTS
Pflichtmodule (PM)13168 ECTS
Wahlmodule (WM) — 2 aus 14 zu wählen2 (von 14)12 ECTS (je 6 ECTS)
Gesamt180 ECTS

7.1 Die 7 Prüfungsfächer

Die Module sind 7 Prüfungsfächern zugeordnet. Die genauen Modultitel sind nicht prüfungsrelevant — das Gesamtbild zählt:

#PrüfungsfachZugehörige Module
1 Studieneingangs- und Orientierungsphase PM1, PM2
2 Raumplanung in Theorie und Praxis PM3 + Wahlmodule 1, 3, 4, 6, 9, 13, 14
3 Methoden und Techniken der Raumplanung PM4, PM5, WM11
4 Raumplanerischer Entwurf PM6, PM7, WM2
5 Räumliche Entwicklungsplanung PM8, PM9
6 Planungsinstrumente und -strategien PM10, PM11 + WM5, 7, 8, 10, 12
7 Freie Wahlfächer, Transferable Skills und Bachelorarbeit PM12 (Freie Wahlfächer/TS) + PM13 (Bachelorarbeit)

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8. Studieneingangs- und Orientierungsphase (StEOP)

  • Umfang: PM1 mit 8 ECTS
  • Muss vor dem Großteil der übrigen Module abgeschlossen werden
  • Vor Abschluss der StEOP: maximal 22 ECTS aus anderen Modulen zulässig
  • Wird sowohl im Winter- als auch im Sommersemester angeboten
  • Dient der Orientierung: Passt das Studium zu mir?

9. Prüfungsordnung

Benotung

Note (Zahl)Note (Text)Bedeutung
1Sehr gutAusgezeichnete Leistung
2GutGute Leistung
3BefriedigendBefriedigende Leistung
4GenügendAusreichende Leistung
5Nicht genügendNicht bestanden
EErfolgreich teilgenommenAlternativ zu Ziffernnoten
OOhne Erfolg teilgenommenNicht bestanden (ohne Ziffernnote)

Auszeichnung

Mit Auszeichnung bestanden, wenn: kein Prüfungsfach schlechter als „Gut“ und mindestens die Hälfte der Prüfungsfächer mit „Sehr gut“ bewertet.

Lehrveranstaltungstypen und Prüfungsform

TypBezeichnungPrüfungsform
VOVorlesungAbschlussprüfung (nicht prüfungsimmanent)
UEÜbungPrüfungsimmanent (laufende Beurteilung)
PRProjektPrüfungsimmanent
SESeminarPrüfungsimmanent
EXExkursionPrüfungsimmanent
VUVorlesung mit ÜbungPrüfungsimmanent

Prüfungsimmanent = kontinuierliche Beurteilung durch mehrere Teilleistungen im Laufe des Semesters (Anwesenheitspflicht kann gelten).

10. Akademischer Grad

GradAbkürzungVoraussetzung
Bachelor of Science BSc Alle 180 ECTS, inkl. Bachelorarbeit (PM13, 10 ECTS)

Die Bachelorarbeit (10 ECTS) ist im Rahmen eines Moduls zu verfassen und zeigt die Fähigkeit, ein raumplanerisches Thema wissenschaftlich zu bearbeiten.

11. Schlüsselbegriffe

Lernstrategie für den Reihungstest: Die genauen Modultitel NICHT auswendig lernen. Verstehen Sie stattdessen:
  1. Was ist Raumplanung? (gesellschaftliche, wirtschaftliche, ökologische Herausforderungen)
  2. Welche Kompetenzen werden vermittelt? (7 Kategorien)
  3. Wie ist das Studium strukturiert? (6 Semester, 180 ECTS, StEOP, Pflicht- und Wahlmodule)
  4. In welchen Berufsfeldern arbeiten Raumplaner_innen?
  5. Was ist der Unterschied zwischen Raumplanung (TU, Ingenieurwissenschaft) und Raumordnung (staatliches Steuerungsinstrument)?
BegriffBedeutung
ECTSEuropean Credit Transfer and Accumulation System; 1 ECTS = 25 Arbeitsstunden
Pflichtmodul (PM)Muss von allen Studierenden absolviert werden (13 PMs, 168 ECTS)
Wahlmodul (WM)Aus 14 angebotenen Modulen sind 2 frei zu wählen (je 6 ECTS = 12 ECTS)
PrüfungsfachÜbergeordnete Bewertungseinheit, die mehrere Module zusammenfasst (7 Prüfungsfächer)
StEOPStudieneingangs- und Orientierungsphase; Einstieg ins Studium (PM1, 8 ECTS)
PrüfungsimmanentLaufende Beurteilung (mehrere Teilleistungen); betrifft UE, PR, SE, EX, VU
Vorlesung (VO)Lehrveranstaltung mit Abschlussprüfung, keine laufende Beurteilung
Übung (UE)Praktische Anwendung; prüfungsimmanent
Projekt (PR)Projektorientiertes Lernen; prüfungsimmanent
Seminar (SE)Wissenschaftliche Diskussion und Präsentation; prüfungsimmanent
Exkursion (EX)Geländeübung / Besichtigung vor Ort; prüfungsimmanent
VUVorlesung mit Übung (kombinierter Typ); prüfungsimmanent
RaumplanungIngenieurwissenschaftliche Disziplin; gestaltet und steuert räumliche Entwicklungen (TU Wien-Perspektive)
RaumordnungStaatliches Steuerungsinstrument mit gesetzlicher Grundlage; Kompetenz der Bundesländer in Österreich
FlächenwidmungFestlegung der zulässigen Nutzung von Grundstücken im Flächenwidmungsplan (Gemeindeebene)
BebauungsplanungDetailregelung der Bebauung (Höhe, Abstände, Nutzung) auf Gemeindeebene
Ziviltechniker_inFreiberufliche_r Techniker_in mit staatlich anerkannter Befugnis (z. B. für Planungsleistungen)
InterdisziplinärZusammenarbeit zwischen verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen
TransdisziplinärEinbeziehung von gesellschaftlichen Akteuren und Praxis (über die Wissenschaft hinaus)
Studium generaleBreite, fächerübergreifende Bildung (nicht nur Fachspezialisierung)
NachhaltigkeitEntwicklung, die Bedürfnisse der Gegenwart sichert, ohne zukünftige Generationen zu gefährden
GemeinwohlWohl der Allgemeinheit als übergeordnetes Ziel (vs. Partikularinteressen)
BachelorarbeitWissenschaftliche Abschlussarbeit (10 ECTS, PM13)
BScBachelor of Science — akademischer Grad nach Abschluss

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