Information zum Reihungstest

Quelle: Info_Raumplanung_Info_AV_RPL_TU_2026.pdf — Erstellt vom Zentrum für strategische Lehrentwicklung der TU Wien, Februar 2026

Aufbau und Auswertung des Tests

Der schriftliche Reihungstest umfasst drei Teile:

TeilInhaltGewicht
Teil AFachwissen aus dem vorgegebenen Lernstoff (Fachteil)40%
Teil BTextverständnis20%
Teil CKognitive Fähigkeiten40%

Die Prüfungsdauer beträgt zwei Stunden. Der Test ist so konzipiert, dass alle Testteile vollständig bearbeitbar sind.

Die erreichten Punkte werden gewichtet, d.h. so umgerechnet, dass die Testteile der festgelegten Gewichtung entsprechen. Die so berechneten Werte werden summiert und ergeben das Gesamtergebnis, das für den Rangplatz maßgeblich ist.

Tipps:
  • In welcher Reihenfolge Sie die Testteile bearbeiten, können Sie selbst bestimmen.
  • Ihre Antworten werden elektronisch ausgewertet — arbeiten Sie genau und sauber.
  • Nur Antworten auf dem Antwortbogen sind gültig.

Teil A: Fachteil (40%)

In diesem Teil wird die Lernfähigkeit erfasst. Bei der Prüfung müssen Sie Fragen im Multiple-Choice-Format beantworten, die sich auf den Lernstoff beziehen.

  • Je Frage gibt es mehrere Antwortmöglichkeiten
  • Eine oder mehrere (aber nie alle) Antworten können richtig sein
  • Für jede richtige Antwort erhalten Sie Teilpunkte
  • Die volle Punktzahl erzielen Sie, wenn Sie alle richtigen Antworten ankreuzen
  • Achtung: Falsche Antworten werden zu Lasten der richtigen verrechnet
  • Pro Frage können Sie nicht weniger als null Punkte erreichen

Lernstoff für Teil A

Der Fachteil basiert auf zwei Dokumenten:

  1. Österreichisches Raumentwicklungskonzept ÖREK 2030 (178 Seiten) — Wissensbasis
  2. Studienplan Bachelorstudium Raumplanung und Raumordnung (66 Seiten) — Wissensbasis

Aus dem Studienplan sind insbesondere relevant: das Qualifikationsprofil, Dauer und Umfang, und der Aufbau des Studiums. Ein Grundverständnis der Inhalte und ein Überblick über die Lehrveranstaltungsinhalte werden abgefragt. Die genauen Titel einzelner Prüfungsfächer, Module und Lehrveranstaltungen sind nicht prüfungsrelevant.

Beispielfrage

Frage: Welche Aufgaben sind Bestandteil des beruflichen Profils von Raumplanerinnen und Raumplanern?

a) Analyse der physikalischen Eigenschaften von Räumen
b) Erstellung von gesetzeskonformen Bauplänen — Falsch
c) Gestaltung von Planungsprozessen
d) Erarbeitung von Konzepten zur Innenraumgestaltung
e) Erstellung von statischen Gutachten im Hoch- und Tiefbau
Lösung: a, c — Raumplaner*innen analysieren den Raum (physisch, geographisch, sozial) und gestalten Planungsprozesse. Baupläne, Innenraumgestaltung und statische Gutachten gehören zu anderen Berufen (Architekt*innen, Innenarchitekt*innen, Bauingenieur*innen).

Teil B: Textverständnis (20%)

In diesem Teil wird die Fähigkeit geprüft, den Inhalt von Texten aufzunehmen, zu verstehen und in einen korrekten Zusammenhang zu bringen.

  • Sie erhalten Texte in deutscher Sprache sowie Aussagen, die sich auf diese Texte beziehen
  • Für jede Aussage entscheiden Sie: richtig, falsch oder nicht beurteilbar
  • Basieren Sie Ihre Antwort nur auf dem Text, nicht auf Ihrem Vorwissen

Beispiel: Ortskernrevitalisierung in Silz

Die Gemeinde Silz in Tirol war vor einigen Jahren mit einer zunehmenden Verödung des Stadtkerns konfrontiert. Der Verfall von Gebäuden, die teilweise eine alte Bausubstanz von bis zu 300 Jahren aufwiesen, verringerte die Wohnqualität im Zentrum der Gemeinde stark. Die große Herausforderung bestand auch darin, dem Häuserleerstand entgegenzuwirken. Man entschied sich, Revitalisierungsmaßnahmen zu setzen, da die Alternative — eine Neuwidmung von Flächen an den Außenrändern der Gemeinde — die negativen Effekte von Zersiedlung und Bodenversiegelung mit sich gebracht hätte. In den letzten 14 Jahren wurden in Silz 83 Gebäude erneuert. Das Investitionsvolumen dafür belief sich auf 12 Millionen Euro, wovon das Land und die Gemeinde 700.000 Euro mitfinanziert haben.

Quelle: ÖROK: 15. Raumordnungsbericht, ÖROK-Schriftenreihe Nr. 204/2018

1. Nicht genutzte Gebäude können zur Zersiedelung beitragen.

→ Nicht beurteilbar (c) — Der Text sagt, dass Neuwidmung zu Zersiedelung führt, nicht leerstehende Gebäude direkt.

2. Der überwiegende Teil der Investitionsmittel wurde von der Gemeinde bereitgestellt.

→ Falsch (b) — 12 Mio. Euro Investitionsvolumen, davon 700.000 Euro vom Land und der Gemeinde. Der überwiegende Teil (11,3 Mio.) kam aus privaten Mitteln.

3. Exkursionen boten den Einwohnern eine attraktive Möglichkeit zur Mitwirkung.

→ Nicht beurteilbar (c) — Der Text erwähnt Exkursionen als Teil der Bürgerbeteiligung, sagt aber nicht, ob sie „attraktiv" waren.

Teil C: Kognitive Fähigkeiten (40%)

Dieser Teil enthält unterschiedliche Aufgabentypen, die kognitive Fähigkeiten prüfen:

1. Analogien (Analoges Schließen)

Drei Wörter werden vorgegeben. Zwischen dem ersten und zweiten besteht eine Beziehung, die ähnlich zwischen dem dritten und einem Auswahlwort besteht.

  • Beispiel: Tag : Nacht = Licht : ? → Finsternis (Gegensätze)
  • Kuh : Stall = Hund : ? → Hütte (b) (Behausung des Tieres)
  • See : Boot = Himmel : ? → Hubschrauber (d) (Fortbewegungsmittel im Medium)

2. Zahlenfolgen

Eine Zahlenfolge um ein Glied ergänzen, unter Verwendung der Grundrechenarten.

  • Beispiel: 1, 4, 8, 3, 6, 12, 7, ? → 10 (Muster: +3, ×2, −5 wiederholt: 7+3=10)
  • 8, 24, 12, 36, 18, 54, 27, ? → 81 (Muster: ×3, ÷2 abwechselnd: 27×3=81)

3. Logikaufgaben

Aus zwei Aussagen gültige Schlussfolgerungen ableiten. Alle richtigen Schlüsse ankreuzen.

Aussage 1: Zumindest ein Amiv ist Plosa

Aussage 2: Alle Plosa sind Urov

Gültige Schlüsse:

  • b) Zumindest ein Plosa ist Urov (folgt direkt aus Aussage 2)
  • d) Zumindest ein Amiv ist Urov (Verkettung: Amiv → Plosa → Urov)

Beachte: c) „Alle Amiv sind Plosa" widerspricht nicht den Aussagen, lässt sich aber nicht eindeutig ableiten und ist daher falsch.

4. Räumliches Vorstellen (Würfel)

Ein Würfel wird in mehreren Schritten gedreht/gekippt. Nach jedem Schritt angeben, welches Symbol auf der vorderen Fläche zu sehen ist.

4.1 Ausgangslage (Default-Orientierung)

Sie sitzen vor dem Würfel und blicken direkt auf die vordere Fläche. Die 6 Seiten sind:

FlächePositionBeschreibung
Vorne (V)Ihnen zugewandtDie Fläche, die Sie direkt sehen
Hinten (H)Von Ihnen abgewandtDie Fläche gegenüber, unsichtbar
Oben (O)Nach oben zeigendDie Fläche auf der Oberseite
Unten (U)Auf dem Tisch liegendDie Fläche auf der Unterseite
Links (L)Zu Ihrer linken HandDie linke Seitenfläche
Rechts (R)Zu Ihrer rechten HandDie rechte Seitenfläche

Beispiel aus dem Originaltest: Vorne = Kreis (●), Hinten = Stern (★), Oben = Kreuz (+), Unten = Dreieck (△), Links = leer, Rechts = leer.

4.2 Glossar der Operationen

Deutscher BegriffBedeutungWas sich bewegtWas GLEICH bleibt
In Ihre Richtung gekippt
(nach vorne gekippt)
Oberkante fällt zu Ihnen hin O→V→U→H→O
(4er-Zyklus)
Links und Rechts
Von Ihnen weg gekippt
(nach hinten gekippt)
Oberkante fällt von Ihnen weg U→V→O→H→U
(Gegenrichtung)
Links und Rechts
Nach rechts gekippt Würfel kippt auf seine rechte Seite L→V→R→H→L Oben und Unten
Nach links gekippt Würfel kippt auf seine linke Seite R→V→L→H→R Oben und Unten
Gedreht (um 90° / 180°)
(Drehung)
Würfel dreht sich wie ein Kreisel (Oben/Unten sind Achse) 90° im UZS: L→V→R→H→L
180°: V↔H, L↔R
Oben und Unten bleiben IMMER gleich
Im Uhrzeigersinn (UZS)
(von oben betrachtet)
Drehung wie die Uhrzeiger, von oben gesehen V→R, R→H, H→L, L→V Oben und Unten
Gegen den Uhrzeigersinn
(von oben betrachtet)
Drehung entgegen der Uhrzeiger V→L, L→H, H→R, R→V Oben und Unten

4.3 Kritische Unterschiede

VerwechslungsgefahrUnterschied
Kippen vs. Drehen Kippen = der Würfel fällt/kippt in eine Richtung (wie ein umfallender Turm). Drehen = der Würfel rotiert auf der Stelle wie ein Kreisel. Bei Drehungen bleiben Oben und Unten IMMER gleich!
„Nach rechts kippen“ vs „Im UZS drehen“ Kippen nach rechts: der Würfel fällt auf die rechte Seite (L→V→R→H). UZS drehen: V→R→H→L (von oben gesehen). Gleiches Ergebnis für die Vorderseite (L kommt nach V), aber andere Flächen bewegen sich anders!
4× kippen = zurück zum Start 4× in dieselbe Richtung kippen = volle 360°-Rotation = alles zurück am Ausgangspunkt. Genauso: rechts+links oder hin+weg heben sich auf.
Rechts kippen ändert NICHT die Vorderseite? DOCH! „Nach rechts kippen“ bringt Links→Vorne. Verwechseln Sie das nicht mit „nach rechts kippen“ um die Vorne-Hinten-Achse (das wäre: Oben→Rechts, was die Vorderseite NICHT ändert). Im Exam ist gemeint: L→V→R→H.

4.4 Lösungsstrategie

  1. Vor dem Start: Schreiben Sie alle 6 Flächen auf: V=?, H=?, O=?, U=?, L=?, R=?
  2. Nach jedem Schritt: Aktualisieren Sie ALLE 6 Flächen (nicht nur die Vorderseite!)
  3. Skizze: Zeichnen Sie ein Kreuz (Abwicklung des Würfels) und beschriften Sie es
  4. Kontrolle: Prüfen Sie, dass Sie 6 verschiedene Symbole haben (kein Symbol darf fehlen oder doppelt sein)
  5. Zeitmanagement: ~3 Minuten pro Würfelaufgabe (4 Schritte). Nicht zu lange grübeln.
Wichtig: Die häufigste Fehlerquelle ist, nach einem Schritt nur die Vorderseite zu notieren und die anderen 5 Seiten zu vergessen. Im nächsten Schritt brauchen Sie aber die Position ALLER Seiten. Notieren Sie immer alle 6!

5. Matrizen

Figuren in einem Raster nach einem System angeordnet — fehlende Figur konstruieren. Die Lösung besteht aus einzelnen Elementen (Form, Muster, Position, Richtung), die separat auf dem Antwortbogen markiert werden.

Tipp: Komplexe Muster sind stets aus einfachen Mustern zusammenzusetzen. Zeilen und Spalten separat analysieren.

Vorbereitung

  • Verwenden Sie zur Vorbereitung die Literatur auf tuwien.at/studium/aufnahme-rp
  • Bearbeiten Sie die Quizzes nach jedem Wissensabschnitt
  • Lesen Sie Aufgaben stets sorgfältig durch
  • Textverständnis: Prüfen Sie, ob Aussagen durch den Text gestützt werden
  • Räumliches Vorstellen / Matrizen: Skizzieren Sie im vorgesehenen Feld
  • Kognitive Aufgaben täglich 15-30 Min. üben (sie sind 40% der Prüfung)
Zeitaufteilung: 2 Stunden für 3 Teile. Vorschlag: Teil A ~45 Min., Teil B ~25 Min., Teil C ~45 Min., 5 Min. Puffer zum Übertragen der Antworten.